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Fuchsjagd im Krefelder Zoo – Kritik an tendenziöser Berichterstattung

19 Nov 2019

„Getroffene Hunde bellen“. Wer kennt sie nicht, diese Redensart? Wenn sich jemand angesichts von Kritik angegriffen fühlt und sich ungewöhnlich heftig dagegen zur Wehr setzt, dann ist die Kritik häufig berechtigt. So wohl auch im Fall eines Redakteurs der Rheinischen Post, der im Zusammenhang mit der Bejagung von Füchsen im Krefelder Zoo eine eher tendenziöse Meinung vertritt und mit reißerischen Formulierungen nicht nur gegen Füchse, sondern auch gegen das Aktionsbündnis Fuchs wettert.

 

Dass Füchse ein Zoogelände betreten, ist kaum zu verhindern und stellt auch im Grunde kein Problem dar. Die Krefelder Zooleitung lässt mitteilen, dass es aktuell keinen Nachweis für aktive Fuchsbaue auf dem Zoogelände gebe und seit Sommer 2018 keine Zootiere mehr zu Tode gekommen seien. Bei der Maßnahme, die Füchse zu bejagen, ging es dem Zoo darum, die Füchse, welche sich zuvor auf dem Zoogelände angesiedelt und dort Baue errichtet hatten, zu beseitigen.

 

 Die Vergrämung von Füchsen am Bau ist ein Leichtes. Bild: Peggy Cadian

 

Nach wie vor konnte der Zoo allerdings nicht erklären, warum zu diesem Zweck anstatt der Bejagung keine Vergrämungsmaßnahmen zur Anwendung kamen. Wie das Aktionsbündnis Fuchs in seiner Stellungnahme ausgeführt hatte, ist die Vergrämung von Füchsen am Bau ein Leichtes. Als Quelle sei hier z. B. auf das Buch „Unearthing the Urban Fox“ von den Fuchs- und Vergrämungsspezialisten Trevor Williams und John Bryant verwiesen. Argumente gegen die Bejagung von Füchsen und in diesem Spezialfall für tierschutzgerechte Vergrämungsmaßnahmen haben das Aktionsbündnis und sicherlich auch viele der Autorinnen und Autoren der Beschwerdeschreiben an den Zoo hinreichend vorgetragen. Von der Gegenseite gab es bislang allerdings keinerlei stichhaltige Argumente für die Entscheidung, die Füchse lieber zu töten statt zu vergrämen.

 

Das Aktionsbündnis Fuchs hat neben der Bejagung der Füchse im Zoo auch die Art der Berichterstattung kritisiert. Es sei erwähnt, dass auch der Zoo in einem Schreiben an das Aktionsbündnis die Überschrift des Artikels „Auch Toni Erdmann? - Füchse töten immer mehr Tiere im Krefelder Zoo“ (2) auf RP-Online vom 28. Oktober als „reißerisch“ kritisiert hat. Die Kritik des Aktionsbündnisses richtete sich vor allem gegen den Redakteur Jens Voss, der in seinem Artikel „Fuchs, du hast das Känguru gestohlen“ (1) vom 25. Oktober eine besonders unsachliche und einseitige Darstellung veröffentlicht hatte: Voss, der in vielen seiner Artikel eine ausgesprochen jagdnahe Meinung vertritt, hatte in diesem Artikel gegen Füchse und Tierschützer gehetzt, diverse irreale Schreckensszenarien heraufbeschworen, wissenschaftlich nicht haltbare Behauptungen  geäußert und sich schließlich völlig undifferenziert für eine Bejagung von Füchsen ausgesprochen. Mit seinem trotzigen Artikel „Was tun bei einem Shitstorm?“ (3) vom 15. November bestätigt Voss erneut, dass diese Kritik mehr als angemessen war.

 

Das Aktionsbündnis Fuchs lehnt die Bejagung von Füchsen ab, da sie langfristig nicht zielführend, in vielen Fällen sogar schädlich ist oder da es andere, tatsächlich sinnvolle und tierschutzgerechte Maßnahmen – insbesondere im Bereich Artenschutz – gibt. Das Bündnis beruft sich bei seiner Position sachlich auf weit über 100 größtenteils wissenschaftliche Quellen.

 

Argumente für die Jagd stammen hingegen meist von Jägern selbst oder von jagdnahen Organisationen, die ein Eigeninteresse an der Fortführung der Fuchsjagd haben und sind oft zweifelhaft und wissenschaftlich fragwürdig. Das kann auch Aussagen betreffen, die im Rahmen von einseitigen “Artenschutzprojekten“ aus jagdnahen Kreisen stammen.

 

Die Situation in diversen Gebieten, in denen die Fuchsjagd grundsätzlich ruht (wie etwa in den meisten deutschen Nationalparks sowie in Luxemburg), belegt die grundsätzliche Verzichtbarkeit der Fuchsjagd – auch in der modernen Kulturlandschaft. Das Aktionsbündnis hat in seiner Stellungnahme auch auf jahrzehntelange negative Erfahrungen mit der Bekämpfung von Stadtfüchsen sowie auf Studien zum Thema Stadtfüchse hingewiesen. Die Position des Aktionsbündnisses ist somit keine Extremposition, sondern die logische Konsequenz einer umfassenden Auseinandersetzung mit und neutralen Bewertung von dem aktuellen Erkenntnisstand. Es gibt demnach keinen vernünftigen Grund dafür, gesunde Stadtfüchse zu töten und eine vermeintliche „Regulierung“ der Fuchspopulation ist weder nötig, noch mit vertretbaren Mitteln möglich.

 

Dies sind Fakten, die jedermann anhand der vom Aktionsbündnis angegebenen Quellen nachprüfen kann – Fakten, die von Wissenschaftlern in mühevoller Forschungsarbeit über Jahrzehnte hinweg erarbeitet, dokumentiert und von den Gründern des Aktionsbündnisses in jahrzehntelanger Arbeit ausgewertet wurden.

 

Die Überheblichkeit und Polemik, mit welcher ein Redakteur hier seine persönliche Meinung in einem Artikel veröffentlicht und zuletzt noch behauptet, er habe alle Argumente geprüft und diese seien nichts als „heiße Luft“, sprechen für sich. Ein „fairer Diskurs“ sollte abgesehen davon auch nicht den Versuch eines Redakteurs beinhalten, die Aussage des NABU so darzustellen, als unterstütze sie die Maßnahmen im Zoo „indirekt“. Nach der Absicherung der Gehege ging von den Füchsen auf dem Zoogelände keine Gefahr mehr für „gefährdete Arten“ aus. Somit gab es auch gemäß den von Herrn Voss angeführten Ausführungen des NABU keine Voraussetzungen dafür, die Füchse auf dem Zoogelände zu töten. Es hätte mildere Maßnahmen gegeben wie etwa eine rechtzeitige, fachgerechte Absicherung der Gehege in Verbindung mit der Vergrämung der Füchse. Und so ist auch die Aussage des Aktionsbündnisses zu verstehen: Die Bejagung der Stadtfüchse leistet keinen Beitrag zum Schutz der Zootiere.

 

Anstatt die wissenschaftlich fundierte, tierschutzgemäße und ethisch dringend gebotene Kritik an der Fuchsjagd mit allen Mitteln abzuwehren und ganze Massen von Studien, Wissenschaftlern, Natur- und Tierschützern, Jagdkritikern und Bürgern als extremistisch und unwissend zu verunglimpfen sollte sich Herr Voss besser Gedanken darüber machen, warum so viele Menschen empört an den Zoo geschrieben haben: Die Kritik war und ist in diesem Fall berechtigt und die Flut an Beschwerden zeigt im Übrigen auch, dass Kritiker der Fuchsjagd keinesfalls „am Rand des Meinungsspektrums“ stehen. Die Kritik an der ebenso grausamen wie sinnlosen Fuchsjagd ist keine Meinung, sondern wissenschaftlich begründet; die Zahl der Jagdkritiker wächst stetig.

 

+++

 

Quellen:

 

Unser Beitrag "Krefeld: Zoo lässt einheimische Wildtiere töten" vom 10. November 2019

 

(1) Artikel „Fuchs, du hast das Känguru gestohlen“ von Jens Voss, RP Online, 25. Oktober 2019

 

(2) Artikel „Auch Toni Erdmann? – Füchse töten immer mehr Tiere im Krefelder Zoo“ von Julian Budjan, RP Online, 28. Oktober 2019

 

(3) Artikel "Was tun bei einem Shitstorm" von Jens Voss, RP Online, 15. November 2019

 

Erläuterungen und Quellenangaben“, Aktionsbündnis Fuchs

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